Reizdarm (Reizdarmsyndrom / RDS)

Wann spricht man von einem Reizdarm und was sind typische Symptome?

Reizdarmerkrankungen kommen insgesamt recht häufig, vermehrt bei Frauen, vor und sind einzuordnen in die Gruppe der funktionellen Darmstörungen. Übliche Anzeichen sind

  • wiederkehrendes Unwohlsein,
  • Druckgefühle im Bauchraum / Bauchschmerzen,
  • Blähungen sowie
  • ein veränderter Stuhlgang (u.a. Durchfall oder auch Verstopfung, anormale Stuhlhäufigkeit, starkes Pressen).

Wird der Darm mechanischen Reizen – z.B. Dehnungen durch Luftansammlungen – ausgesetzt, besteht vielfach eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit.

Wodurch entsteht ein Reizdarm?

Abschließend sind die Ursachen für die Entstehung eines Reizdarmsyndroms noch nicht geklärt. Vermutet wird, dass ein Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren zum Auftreten der gesundheitlichen Beschwerden führt bzw. diese verstärkt. Neben Infektionen und Störungen im komplexen System des Darms bzw. der Darmbewegungen können auch psychische Faktoren wie Stress, Kummer oder Angst eine zentrale Rolle spielen. Darüber hinaus wirken sich die Ernährungsgewohnheiten und der Nikotinkonsum zumindest auf die Symptome des Reizdarmsyndroms aus.

Wie kann die Reizdarm-Diagnose erfolgen?

Um letztendlich zu dem Ergebnis zu kommen, dass ein Reizdarmsyndrom vorliegt, gehen Ärztinnen und Ärzte schrittweise vor und schließen über bestimmte Verfahren (u.a. Blut- und Stuhltests, Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten bzw. Allergien, Darmspiegelung und Ultraschall) andere Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa aus. Letztendlich ist die Diagnose schwierig, weshalb es unbedingt ratsam ist, eine spezialisierte Praxis oder Klinik aufzusuchen.

Video des BR zum Thema Reizdarm vom 10.3. 2015: Darmreiz. Schneller Test, schnelle Linderung?

Welche Therapieansätze helfen bei einem Reizdarm?

Derzeit besteht lediglich die Möglichkeit, die Lebensqualität der betroffenen Menschen zu verbessern, indem die Reizdarmbehandlung bei den jeweiligen Symptomen ansetzt. Entsprechend ist das Therapiespektrum weit gefasst. Vielfach führt bereits eine Umstellung der Ernährung nach einer professionellen Beratung zu einer deutlichen Verbesserung. Begleitend können verschiedene Medikamente (z.B. krampflösende Mittel), pflanzliche Mittel (u.a. Kräutertees) oder Probiotika eingesetzt werden.

Sofern auch psychische Faktoren im individuellen Fall eine Rolle spielen, kommt es auf die Vermeidung von Stress an. Positive Auswirkungen können oft durch Entspannungsübungen oder Verhaltenstherapien erreicht werden.

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