Stress nach Trauma: Fünffach höheres Risiko für Reizdarmsyndrom 

Patienten mit einem Reizdarmsyndrom (IBS) sollen vom Arzt ausführlich befragt werden, ob sie in ihrer Lebensgeschichte über Traumata berichten können, wie eine größere amerikanische Studie jetzt nachweist.

Posttraumatische Ereignisse bezeichnet man ein oder mehrere psychisch belastende Abläufe von stärkster Bedrohung oder auch katastrophalem Ausmaß. Hierunter fallen z.B. die Beobachtung eines schweren Unfalls, Brand des eigenen Elternhauses, Missbrauch in der Kindheit u.a.

Prof. Madisch, Internist und Gastroenterologe (Medizinische Klinik Hannover) kommentiert die an 419 Patienten durchgeführte Studie der amerikanischen Kollegen, dass einerseits bereits länger bekannt sei, dass die Psyche, aber auch Stress, falscher Biorhythmus das Reizdarmsyndrom mit Durchfällen, Blähungen, Verstopfung und Bauchschmerzen auslösen oder deutlich negativ beeinflussen kann.

Das starke Traumata ein fünffach höheres Risiko bewirken, war bisher nicht bekannt.

Ein geregelter Tagesablauf, harmonische Familienverhältnisse, ein Beruf mit Freude, ein geregeltes Selbstbewusstsein sind wichtige Risiko senkende Einflussgrößen für die Besserung oder gar Verhinderung des Reizdarmsyndroms.

Der Check bei Reizdarmsyndrom in einer Arztpraxis sollte deshalb immer ein sehr ausführliches Gespräch zur Krankenvorgeschichte beinhalten. Nur so können außer den psychischen auch andere Ursachen wie Unverträglichkeiten, Allergien, Parasiten, bakterielle Dysfunktionen, Entzündungen, Antibiotika Nebenwirkungen, alte durchgemachte Infekte, Darmbewegungsstörungen u.a. festgestellt werden. Weiteren Untersuchungen sind hiervon abhängig.

 

Quelle:

Natalya Iorio*, Kian Makipour, Amiya Palit, and Frank K Friedenberg, “Post-traumatic Stress Disorder Is Associated With Irritable Bowel Syndrome in African Americans”, J.Neurogastroenterology Motil., 2014, 20, 523.

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